Arbeitsgemeinschaft Spuren im Leben Wir, die Gründerinnen der Arbeitsgemeinschaft Spuren-im-Leben, ließen selbst einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Erst nach dem Abbruch wurde uns klar, dass uns eigentlich wichtige Informationen gefehlt hatten. Warum? Keine Frau, die einen Abbruch plant oder durchführen ließ, spricht gerne darüber. Meist ist und bleibt es ein Geheimnis der Betroffenen oder des engsten Familienkreises. Zahlreiche Gespräche mit anderen Frauen, denen ebenfalls vor und nach dem Schwangerschaftsabbruch wichtige Informationen fehlten, veranlassten uns schließlich dazu, eine Informationsbroschüre aufzulegen. Diese finden Sie zum Downloaden unter dem Menüpunkt "Buch/Broschüre ". Das Informationsmaterial soll für Betroffene ein Gespräch mit ihrer Familie, Freunden oder Beratungsstellen nicht ersetzen, aber es soll ihnen jene wichtigen Informationen geben, damit sie in ihrer schwierigen Situation Hilfe suchen und annehmen. Karin, Veronika und Birgit Arbeitsgemeinschaft Spuren-im-Leben
Spuren im Leben „Spuren“ ist ein mehrdeutiges Wort. Einerseits die Mehrzahl von „Spur“, also z.B. die Fußspuren – das sind Zeichen von etwas, von dem man weiß, dass es einmal da war. Andererseits „spuren“ im Sinn von „gefügig sein, das tun, was die anderen wollen.“ Und dann gibt es noch das Wort „spuren“ im Sinn von „die erste Spur legen“, z.B. beim Schifahren. Nach einem Abbruch wird ein Kind niemals mehr sichtbar. Aber es verschwindet nicht spurlos. Es hinterlässt Spuren in den Menschen, zu denen es gehört. Das kann Dich erschrecken, wenn Du den Wunsch hast, die Zeit zurückzudrehen, die Schwangerschaft ungeschehen zu machen. Das geht nämlich nicht. Wer unter einem Schwangerschaftsabbruch leidet, kann diesen Spuren nachgehen und den Verlust betrauern. Dein Kind wird eine neue Spur im Leben legen, eine neue Lebensspur sein, wenn Du es sein lässt. Vielleicht wird es sehr gut für andere sein, dass es zur Welt gekommen ist. Wie immer Du Dich entscheidest: Entscheide so selbständig, wie Du kannst. In dieser Frage ist es falsch, so zu spuren, wie es sich die anderen wünschen: Lass Dir von Ärzten nicht einreden, was gut für Dich ist, nicht von Freunden und Eltern. Zieh Deine eigenen Spuren im Leben und lass auch Dein Kind Spuren ziehen, soweit es möglich ist. Deshalb haben wir diese Homepage „Spuren im Leben“ genannt. Wir können Dir aus unserer eigenen Erfahrung sagen, dass es immer wieder Auswege gibt. Für uns bedeutet der folgende Text sehr viel und wir haben erlebt, dass er für uns, auch nach einem Abbruch, gestimmt hat. Gott fragt nämlich nicht, wie Du Dich entscheidest. Er trägt Dich auf jeden Fall. Spuren im Sand
Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn: "Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?" Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."
Margaret Fishback Powers
Copyright © 1964 Margaret Fishback Powers Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. www.brunnen-verlag.de |